Zé Roberto: "Träume können wahr werden -

glaube fest dran und lass dich nicht abbringen!" 

Getreu diesem Motto hat der brasilianische Fußballspieler José Roberto da Silva Júnior, genannt Zé Roberto, immer seinen Weg verfolgt.

Dienstag, den 17. Mai 2011, war er bei uns in der Schule.

Um 11 Uhr hatten sich alle Klassen in der Sporthalle versammelt, um den Noch-HSV-Star Zé Roberto zu erleben.

Nach einem Foto-Shooting mit Kindern in ihren neuen BIBAGS-Trikots kam eine kurze Begrüßung durch Frau Burton.

Dann sprach Nicolas aus der 3. Klasse ein paar einleitende Worte über Zé Roberto.

Anschließend ergriff dann dieser selbst das Wort. Obwohl er nach mehr als zehn Jahren in Deutschland recht passabel Deutsch spricht, wollte er lieber in seiner Heimatsprache Portugiesisch zu den Kindern sprechen und seine Worte von seinem Freund Mauricio da Silva Carvalho übersetzen lassen, der ebenso wie er selbst aus Brasilien stammt und das gern übernahm. Gut, dass wir solche Eltern bei uns haben!

Zé Roberto schilderte, dass er in seiner Heimat Brasilien in ganz bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Sein Traum war es, von Beruf Fußballspieler zu werden. Auch wenn es fast aussichtslos schien, hat er doch immer an seinen Traum geglaubt. Und wirklich - aus ihm ist ein international bekannter Profifußballer geworden, der bei bekannten Vereinen wie Portuguesa Sao Paulo, Real Madrid, Flamengo Rio de Janeiro,  Bayer 04 Leverkusen, Bayern München und dem Hamburger SV gespielt hat. Alle lauschten interessiert.

Dann führte er den Zuschauern ein paar Balltricks vor. Herr Koch stand bewundernd daneben.

Toll, wie er den Ball mit dem linken Fuß in die Luft kickte und dann sein Bein um fliegenden Ball herumschwingen und den Fußball gleich danach ganz sicher wieder mit dem Spann abfangen konnte, ohne dass er zuvor den Boden berührt hatte!

Schließlich ließ er sich noch auf ein Torschießen mit Herrn Koch ein. Gar nicht so einfach, die Bälle zu halten!

Anschließend bekamen die Schulkinder Gelegenheit, Zé Roberto Fragen zu stellen.

Es interessierte sie unter anderem  

Zum Schluss durften sich alle Kinder, die ein Autogramm haben wollten, in einer langen Warteschlange anstellen. Zé Roberto saß dann an einem Tisch und unterschrieb geduldig Autogrammkarte für Autogrammkarte, außerdem Bälle, Trikots, Sportschuhe und Fußballbilder und -bücher.

Schließlich stand er auch noch bereitwillig bereit, wenn jemand mit ihm zusammen auf einem Foto abgelichtet werden wollte.

Die Kinder zogen begeistert mit ihren Trophäen davon. Das war wirklich ein ganz toller Besuch!

Auf der aktuellen HSV-Seite wird Zé Roberto übrigens so vorgestellt:

 

Zé Roberto hat uns bei seinem Besuch eine Menge über sein Leben erzählt:

Zunächst berichtete er über seine Kindheit. Aufgewachsen in den Slums von São Paulo, hatte er bereits mit 7 Jahren nichts als Fußball im Sinn und träumte davon, ein Fußballer zu werden, der so gut spielen könnte wie sein großes Vorbild Pele. Mit fünf Geschwistern wuchs er in einer ganz armen Familie auf. Sie bewohnten ein kleines Haus, das gerade mal so groß war wie ein Gartenschuppen. Das Geld reichte kaum fürs Nötigste, an so einen Luxus wie Fußballschuhe war nicht zu denken! So wurde Zé Roberto zu einem richtigen Barfuß-Kicker mit Ballgefühl.

Sein Vater hatte keine Arbeit. Aus Frust trank er und schlug die Familie, bis er Frau und Kinder schließlich ganz verließ. Zé Robertos Mutter musste nun allein für alle sorgen. Sie nahm jede kleine Tätigkeit an, um wenigstens so viel zu verdienen, dass es fürs Essen reichte.

Zé Robertos Freunde waren ebenso arm wie er selbst. Gemeinsam machten sie allerhand Dummheiten. Sie begingen kleine Diebstähle und gerieten irgendwann sogar an Drogen, die sie an andere verkauften. Auf einmal wurden zwei seiner Freunde bei solchen Geschäften von der Polizei erschossen. Das schockierte Zé Roberto und er hörte ab da mehr auf seine Mutter, die ihn tröstete und ihm immer schon gesagt hatte, dass er sich von solchen Geschäften fern halten sollte. Statt sich auf der Straße herumzutreiben, sollte er lieber auf den Bolzplatz gehen und trainieren! Damals hat er entschieden, sich von Drogen und Kriminellen fernzuhalten -  eine gute Entscheidung!

Weil sie so arm waren, suchte Zé Robertos Mutter Hilfe. So ging sie eines Tages auch in eine Kirche, denn sie war immer schon sehr gläubig.
Als sie von dort nach Hause kam, wirkte sie ganz verändert. Zé Roberto beobachtete seine Mutter nun ganz genau. Sie hatte Kraft bei Jesus und Gott gefunden und war auf einmal viel gelassener und zuversichtlicher. Zé Roberto fing darum auch an, in der Bibel zu lesen und merkte, dass auch er daraus Kraft schöpfen konnte.
Er sagt heute, dass Gott ihm hilft, stark zu sein und versucht, diese Kraft in seinen Beruf und sein privates Leben mit einzubringen. Für ihn ist Jesus Christus auch ein Ratgeber.

Immer blieb es dabei Zé Robertos Traum, Fußballer zu werden. Er trainierte viel, aber es schien alles nichts zu nützen – lange Zeit förderte keiner sein Talent. Irgendwann hatte er dann gar keine Hoffnung mehr, seinen Traum zu verwirklichen. Stattdessen wollte er Geld verdienen und seiner Mutter helfen, die Familie zu ernähren.
Gerade da ergab sich aber auf einmal doch noch eine Chance: Kinder und Jugendliche sollten einem Trainer vorspielen! Wie Zé Roberto hofften noch viele andere darauf, ausgewählt zu werden. Sie standen in langen Schlangen an, um vorspielen zu dürfen. Erst nach stundenlangem Warten bekam Zé Roberto endlich Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Ausgewählt wurde dann aber nicht er, sondern ein anderer Junge. Müde und enttäuscht wollte er mit seiner Mutter nach Hause gehen, aber die war mit zwei anderen Frauen zum Trainer gegangen und diskutierte aufgeregt mit ihm. Das Ergebnis war, dass er vier Wochen später noch einmal vorspielen durfte und dann tatsächlich genommen wurde. Endlich konnte sein Traum wahr werden!

Träumen und nicht damit aufhören – das ist Zé Roberto ganz wichtig!

Er will, dass Kinder nie damit aufhören, auch wenn sie glauben, chancenlos zu sein. Nein, sie sollen an ihrem Traum festhalten, genau wie er das getan hat

!

Zé Roberto hat neben seiner Mutter und Jesus auch Martin Luther King als Vorbild, einen amerikanischen Pastor und Bürgerrechtler. Der sagte: „I have a dream – Ich habe einen Traum!“, als  er 1963 vor mehr als 250.000 Menschen auftrat und eine Rede gegen Rassendiskriminierung hielt.

Martin Luther King träumte von Gleichberechtigung von Menschen mit schwarzer und weißer Hautfarbe.  Er war gegen soziale Unterdrückung und gegen Rassismus. Mit der Rede „I have a dream“ hielt er eine der wichtigsten Ansprachen, bei der er sich für Arbeitsplätze, Freiheit und Gleichheit, besonders für die afroamerikanische Bevölkerung der USA einsetzte, die damals besonders in den Südstaaten noch total unterdrückt wurde.

Und was ist passiert? Die Forderungen von Martin Luther King wurden Normalität. Gleichberechtigung ist jetzt Gesetz.

Nicht nur das: Heute ist sogar der mächtigste Mann in den USA, der Präsident, ein Schwarzer: Barack Obama.

Wer übrigens denkt, dass Zé Roberto all das viele Geld, das er mit dem Fußballspiel verdient hat, nur für sich behält, der irrt sich. Zé Roberto unterstützt viele Hilfsprojekte wie zum Beispiel  das Nachhaltigkeits-Projekt KITA21 bei der sich Kitas aktuell mit Umweltschutzprojekten beschäftigen und hat eine Spielzeugspende des HSV-Supporter-Clubs unterstützt und persönlich im SOS-Kinderdorf Harksheide abgegeben; er fördert „Our Rivers – our lifes“, eine Kinderinitiative, die von der terre des hommes Uni AG gefördert wird und sich für saubere Flüsse und bessere Lebensbedingungen einsetzt. Er unterstützt auch die Organisation „Nazareno“, die sich für Straßenkinder in Brasilien einsetzt und will nach Ende seiner Karriere in São Paulo eine Schule stiften und weiterhin anderen helfen.

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