Afrika-Projektwoche Trommelzauber

und das Mathesams

Freitag, 12. März –
die Bühne in der Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums hatte sich mit mehr als 160 Kindern gefüllt,
fast ebenso viele Trommeln gab es und davor voll besetzte Zuschauerreihen.
Es konnte losgehen!

Das Publikum begrüßte die Sterne, die Muscheln, die Kürbisse, die Krokodile, die Bäume, das Zaubertier Sai-Sai und die Trommelaffen, außerdem die beiden Kinder Juju und Siyabonga, ihre Eltern, die Dorfälteste, eine Zauberin und eine Erzählerin, die sich alle auf der Bühne vor den stimmungsvollen Kulissenbildern versammelt hatten, die Herr Westphal so wunderschön gestaltet hatte.

Die Erzählerin begann ihre Geschichte: " Es war einmal in einem kleinen Dorf irgendwo in Afrika. Dort lebte eine Familie mit zwei Kindern, Juju und Siyabonga. Die Familie war so arm, dass sie Mühe hatte, täglich eine Schüssel Reis zu bekommen. ..." Die Dorfälteste, die die Eltern um Rat gefragt hatten, befahl den Eltern, ihre Kinder wegzuschicken, um die Zaubertrommel zu holen.

Diese Zaubertrommel würde den ersehnten Regen bringen.

"Dann wird die ganze Familie gerettet."

Schweren Herzens nahmen die Eltern Abschied von ihren Kindern und gaben ihnen eine kleine Trommel mit auf den Weg zum Umhängen. Von den Trommelaffen sollten sie sich einen Rhythmus zeigen lassen, der sie immer in Schwung hielte. Die Kinder machten sich auf den Weg und sangen dabei das Mutmachlied "Mama Simba lala". Alle Kinder auf der Bühne unterstützen sie dabei und schlugen dazu die Trommeln.

Unterwegs trafen Juju und Siyabonga den Zauberbaum. Nachdem sie ihm versprochen hatten, dass sie mit allen Bäumen gut umgehen wollten, schenkte er ihnen ein Zauberholz von einem seiner Äste.

Mit einem frohen "Mama Simba lala" auf den Lippen zogen die Kinder weiter, bis sie einer große Familie Krokodile an einem Fluss begegneten. Zuerst hatten Juju und Siyabonga Angst vor ihnen, aber die Krokodile wollten ihnen helfen. Die Kinder stiegen auf den Rücken der beiden jüngsten Krokodile Bigi und Gibi. Während sie flussabwärts getragen wurden, sangen Juju und Siyabonga den Krokodilen das Krokodillied "Bigi Kaiman" vor, weil die Tiere so gern Kinder singen hören, wie sie ihnen sagten.

Am Ufer legten sich die Kinder dann schlafen, denn inzwischen war es dunkel geworden. Die Sterne versammelten sich um die beiden herum und sangen zusammen mit allen Wesen des Waldes und dem Mond das Wiegenlied "Ajo Ajo Nene" für sie.

Gut ausgeschlafen setzten die Kinder am nächsten Morgen ihren Weg fort. Dabei kamen sie an einem Kürbisfeld vorbei. Die kleinen Kürbisse, die dort wuchsen, wünschten den Kindern Glück bei ihrer Suche nach der Zaubertrommel und tanzten für sie den Kürbistanz.

In der Ferne hörten die Kinder ein Geräusch, das sie noch nie zuvor gehört hatten: das Meer! Am Strand lagen viele Muscheln, die ihnen Glück bei ihrer Suche wünschten und für sie zum Abschied den Muscheltanz tanzten.

Schließlich begegneten die Kinder dem Zaubertier Sai-Sai. Sie mussten ihm versprechen, dass sie mit allen Tieren gut umgehen und auf alles aufpassen würden, was lebt und sich bewegt. Dann gab ihnen das Zaubertier eine seiner sieben Häute.

Zusammen zogen sie weiter und sangen dabei gemeinsam das Mutmachlied "Mama Simba lala".

Nicht lange, da trafen sie die alte Zauberin Abdulei. Die zauberte ihnen aus dem mitgebrachten Zauberholz und dem Fell eine wunderschöne Trommel. Als sie diese Zaubertrommel den Kindern übergab, sagte sie ihnen, noch wichtiger als die Trommel wäre die Begeisterung und Freundlichkeit, mit der die Kinder ihren Freunden, den Pflanzen und Tieren, begegenet wären.

Juju und Siyabonga begannen, ihren Rhythmus auf der Zaubertrommel zu trommeln. Der Klang drang bis zu ihren Eltern, die sofort herbeiliefen und ihre Kinder glücklich in die Arme schlossen.

Dann tanzten sie gemeinsam ausgelassen um die Trommel herum.

Den Trommelklang hörten auch alle Freunde, die sie auf dem Weg zur Zaubertrommel getroffen hatten. Sie kamen dazu und feierten alle gemeinsam noch lange ein großes Fest.

Und weil's so schön war, feierten auch die Zuschauer mit.

Als Zugabe lernten wir alle zusammen schnell noch ein Fußballlied, das Bernhard und Leo auf einem Schulhof in Afrika gelernt haben. Hier zum Nachsingen der vollständige Text :

Zimbolé, zimbolé, zimbolé, zimbolé,
zimboleo, zimboleo, zimbolé, zimbolé!

Und was sagten die Kinder anschließend? "Das war sooooooo schön!"

Oh ja, einen großen Extra-Trommelwirbel für euch - ihr seid klasse!

Danke, Leo! Danke, Bernhard!

(Die beiden haben uns verraten, dass sie sich über Einträge in ihr Gästebuch freuen würden!)

Über unseren Trommelzauber werden sich auch Kinder in Abéné,  einem Künstlerdorf im Senegal, freuen!
Der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten zusammen mit Spenden betrug immerhin 1000 €!

Dieses Geld werden Bernhard und Leo direkt vor Ort der Schule in Abéné übergeben,
wenn sie Anfang April in den Senegal fliegen.
Auf einem Foto wird festgehalten werden, was mit dem Geld angeschafft werden konnte.

Wir sind gespannt!

 

Die ganze zweite Märzwoche fand unsere Projektwoche "Afrika" statt. Da drehte es sich überall in der Schule um diesen Kontinent. Täglich gab es für die einzelnen Gruppen eine Trommelzeit und daneben allerlei Klassenaktivitäten. So wurden in fast allen Klassen Trommeln gebaut. Mit Kleister, Butterbrotpapier und einem großen Blumentopf aus Ton klappte das richtig gut!

Außerdem wurde gebastelt, es wurden Bilder zum Thema gemalt, Plakate und Ausstellungstische gestaltet.

In vielen Klassen wurde afrikanisch gegessen - ja, selbst unsere Mensa lud am Donnerstag zu einem afrikanischen Mittagessen ein und präsentierte ein Buffet mit echten afrikanischen Gegenständen als Dekoration. Das sah nicht nur sehr gut aus, sondern es schmeckte auch ganz toll!

Betttücher, die zuvor in tagelangen Aktionen von Frau Groner und Frau Lamping eingefärbt und zugeschnitten worden waren, waren von ihnen beiden und hilfsbereiten Müttern umgenäht worden. Nun wurden sie noch bedruckt, es wurden Stirnbänder und Masken hergestellt und verziert und dann wurden Kostümproben anberaumt.

Einige Kinder sind ins Museum für Völkerkunde nach Hamburg gefahren.

Aus Kochlöffel, Pinsel und Stoffstreifen wurden afrikanische Puppen hergestellt...

... und freundliche Löwen schaukelten im Klassenraum.

Daneben gestalteten viele Klassen ein Projektheft, Spiele wurden ausprobiert und Filme über den schwarzen Kontinent geguckt. Viele Kinder haben sich mit den Menschen und ihren Lebensbedingungen sowie mit Tieren beschäftigt, die in Afrika leben und unsere "Großen" haben Steckbriefe zu etlichen Ländern Afrikas erstellt.

Wer mochte, konnte sich am Freitag in der Schule umsehen.

 

Am 27. März war das Mathesams bei uns zu Gast. Etwas mehr als 50 Dritt- und Viertklässler kamen darum am Samstag in die Schule, um dort im Team zu knobeln, zu bauen oder gemeinsam mehr oder weniger knifflige mathematische Aufgaben zu lösen. Um 10 Uhr versammelten sich alle in der Pausenhalle, um letzte Instruktionen zu erhalten.Dann starteten die Teams.

Sie begaben sich in die 10 vorbereiteten Klassenräume. Dort erwarteten sie Eltern, die sich als freiwillige Helfer gemeldet hatten (DANKE!) und etliche Lehrkräfte. Sie hatten ganz unterschiedliche Aufgaben vorbereitet - immer in drei Schwierigkeitsgraden. Bevor sich die Teams ans Bearbeiten der Aufgaben machen durften, mussten sie sich beraten, welcher Anforderung sie sich stellen wollten. Gar nicht so einfach, sich hier immer richtig einzuschätzen!

So musste in einem Raum eine vorgegebenen Strecke gemessen werden. Die Länge sollte aber nicht auf die übliche Weise mit einem Maßband, sondern mit Hilfe eines Fahrradreifens ermittelt werden, dessen Umfang zuvor von den Kindern vermessen werden konnte. Da galt es, ganz genau auf kleinste Markierungen am Reifenrand zu achten! In einem anderen Klassenzimmer sollten sich die Teams 20 aufgebaute Gegenstände merken und danach im Nebenraum notieren. Einzelkämpfer hatten kaum Chancen - clevere Gruppen teilten sich die Arbeit auf!

In einer Klasse ging es um arabische Zahlen, ...

... woanders sollten die Kindergruppen berechnen, wie viele Teppichfliesen zum Auslegen der im Klassenraum aufgeklebten Flächen benötigt würden.

Welche Zahlen den mit Symbolen notierten Matheaufgaben entsprechen, galt es zu ermitteln, ...

... auch mussten LEGO-Modelle nach Anleitung zusammengebaut werden.

In einem Raum erwarteten die Kinder Streichholz-Knobeleien, ...

... an anderer Stelle ging es um Holzklötze. Mit ihnen sollte nach Vorgaben gebaut und Angefangenes ergänzt werden.

Verschiedene Körper sollten nach Seitenansichten aus 4 Blickwinkeln richtig positioniert und dann als Draufsicht notiert werden.

Mittags um 12 Uhr war dann Schluss.

Kurze Zeit drauf wurden alle Teilnehmer in der Pausenhalle auf die Bühne gebeten, wurden mit Beifall bedacht und bekamen ihre Urkunden überreicht.

Sieger des Tages war ein Team, das es auf insgesamt 28 Punkte gebracht hatte. Eine tolle Leistung, herzlichen Glückwunsch!

Gewonnen haben aber letztlich alle, die dabei waren, nämlich die spielerisch gewonnene Erkenntnis, dass es Spaß macht, Probleme gemeinsam anzupacken und zu lösen. Bestimmt werden wir viele Teilnehmer wieder treffen, wenn es das nächste Mal heißen wird: Willkommen beim Mathesams!

 

 

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